Freitag, 24. Dezember 2010
Schwarze Weihnacht
Zwischenlandung auf dem kleinen Airstrip in Arua an der Nordgrenze von Uganda. Lange Operationsgebiet der LRA, der Miliz aus der Zeit von Idi Armin. Zusammen mit 5 Schotten gehen wir in die kleine Baracke an Rand des Flugfeldes, in der sich die Zollbehörde befindet. Ein Tisch, 2 Stempel, 3 Uniformierte. Umständlich studiert er den Pass und das 50-Dollar-Visa, dann gibt es verschiedene Stempel, der Flug in den Sudan kann weitergehen. Als wir raus kommen steht da einer, verkauft Holzfiguren. Unaufdringlich, eher schüchtern. Ich sehe zwischen der Volkskunst die Krippenfiguren. Authentisch, afrikanisch. Mit einem eher uninteressierten Joseph und einem Hirten mit Machete. Eine viel zu junge Maria, leidend wie viele Frauen in Afrika. Und mit den Weisen, die natürlich schwarz sind und an afrikanische Könige aus vorkolonialer Zeit erinnern......

Gestern habe ich sie unter den Weihnachtsbaum gestellt, auf einen Scherbenhaufen. Für mich ein Bild der Hoffnung: Da kommt einer, dessen „Krippe“ eher an ein kleines Boot erinnert, vielleicht wie der Schilfkorb des Mose. Mit dem ihm mindestens 2 Dinge verbinden: Dass er ein Befreier ist, und dass er den Menschen zeigt, wer Gott ist.
Der Scherbenhaufen steht für die Schuttberge in Afrika und die Menschen darauf, die Zerbrochenheit von Afrika und der ganzen „einen“ Welt. Die Zerbrochenheit von jedem von uns. Und nicht zuletzt für die Zerbrochenheit Israels, Jerusalems, das auf 12 Meter dickem Schutt gebaut ist.
Gott sei Dank ist vor 2010 Jahren der Befreier, der Heiland, der Retter gekommen, um in dieser zerbrochenen Welt sein Reich des Lichts gegen das Reich der Finsternis zu setzen. Auch wenn wir nicht immer was davon sehen. Deshalb lädt uns der unbekannte Künstler aus Arua ein, uns selbst heilen und befreien zu lassen, um dann in dieser zerbrochenen Welt Zeichen der Hoffnung zu setzen. Dann wirs´s Weihnachten.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 22. Januar 2010
11.256 m
Rueckblende auf den 15.1.2010, abends, 19:15 Uhr im Flugzeug. Noch 3000 km bis Entebbe, unter uns die Lybische Sandwueste. Sand, soweit das Auge reicht. In wenigen Minuten geht ie Sonne unter, nur ein kurzer Blick auf die langen Schatten der Sandduenen, dann ist durch die zerkratzte Scheibe neben mir fast nichts mehr zu sehen. Da tauchen mitten in der Wueste Lichter auf, immer nur wenige, ein paar hier, ein paar dort. Ploetzlich ein Gedanke, “wir hier oben, ihr da unten” (war der Titel eine Buches in den 70ern von G. Wallraff). Wir hier oben, vollklimatisiert, im Polstersessel, Media-Entertainement-System direkt vor der Nase, Cooldrinks im Minutentakt. Ihr da unten, Kameltreinber, Bombenleger, Wirschaftsfluechtlinge, all die, die nach Europa wollen, aber doch besser da bleiben sollen, wo sie sind. Wegen Ueberfremdung und so, weil das Boot voll ist. Aber vor allem, weils dann hier oben nicht mehr ganz so gemuetlich ist, nur noch alle 5 min ein Cooldink kommt. Aber jetzt, cool bleiben ……..

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 12. Januar 2010
Abschied
Ein Vogelnest, hoch oben in den Zweigen. Ausgeflogen, verlassen, mitten im braun-schwarz und weiß der Landschaft. Reduziert, erstarrt, Leben kaum wahrnehmbar. Sie sind weg, Richtung Süden, so wie ich auch.
So ist wohl das Leben, Abschied nehmen, loslassen, manchmal freiwillig, manchmal nicht. Aber immer mit Trennungsschmerz in der Brust und Fernweh im Bauch. Und der Hoffnung auf ein gutes Morgen, auf das Wiedersehen, wie auch immer. Gut wenn man weiß, Gott, egal wo, er ist da, hautnah.

... link (0 Kommentare)   ... comment


zwischen den zeiten
zwischen himmel und erde
nicht mehr am anfang
aber auch nicht am ziel

irgendwo dazwischen
auf der brücke
zwischen den zeiten

irgendwo dort
der absturz droht

irgendwo
fest gehalten

... link (0 Kommentare)   ... comment